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Frauenhass im Kontext Schule

Frauenhass im Kontext Schule

Freitag, Mai 9, 2025

Über höchst aktuelle aber leider wenig beachtete Tendenz im Klassenzimmer – und was Lehrende tun können.

Die Bundeszentrale für politische Bildung schreibt, Diskriminierung liege dann vor, „wenn Individuen oder Gruppen eine Gleichbehandlung, die sie sich wünschen, verwehrt wird“. Feminismus, das meint das Ringen um strukturelle Gleichstellung, egal welches Geschlecht eine Person hat. Diese Gleichstellung gesetzlich zu regeln, reicht scheinbar nicht. Der Paragraph 3 („Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.“) steht beispielweise schon seit 1949 im deutschen Grundgesetz.

Die Durchsetzung sowohl von Seiten des Staates, sowie auch von seinen Bürger*innen nicht erfüllt worden. Klar, es gibt immer wieder bahnbrechende emanzipatorische Schritte (wie das geschlechtsunabhängige Wahlrecht, die Ehe für alle oder das Selbstbestimmungsgesetz). Aber eben auch immer wieder Schritte zurück – und das vor allem weil Frauen und queeren Personen ihre Gleichstellung verwehrt wird.

Die Leipziger Autoritarismus Studie untersucht seit 2002 die autoritären Tendenzen in Deutschland. Hier wird in den letzten Jahren ein Zuwachs an antifeministischen Haltungen sichtbar. In den Ergebnissen der Studie von 2024 steht zusammengefasst: „Antifeminismus und Transfeindlichkeit sind gegenüber Sexismus stärker politisch aufgeladen. Diese in einer Gruppe der Gesellschaft weit verbreiteten Abwehrhaltungen besitzen eine große Bedeutung für die Vertreter der extremen Rechten und ihre Wahlkampagnen. Feministen und Transpersonen werden als ein zentrales Feindbild aufgebaut“.

Aktuelle feministische Ziele, wie geschlechtsunabhängige Bezahlung im Job, Abtreibungsrecht, Mutterschutz, Schutz vor Vergewaltigung und für queere Rechte sagen dementsprechend sehr viel über die diskriminierenden Verhältnisse in der Gesellschaft aus. Andernfalls könnte man all diese Rechte zur strukturellen Gleichstellung ja auch in absoluter Mehrheit befürworten.

„Adolesence“ heißt die Miniserie auf Netflix (2025), die in vier Folgen die Normalisierung von Frauenhass und die Gefahren von Online-Radikalisierung (sogenannter Incels, einer misogynen Ideologie, die sich aufgrund des Feminismus in einem unfreiwilligen Zölibat glauben) bei Jugendlichen beleuchtet. Im Zentrum steht der 13-jährige Jamie. Er soll eine Mitschülerin umgebracht haben. Es ist ziemlich schnell klar: Er hat es getan – bloß sieht er sich nicht als Täter. Die Ideologie der Incels und anderen frauenverachtenden Online-Communitys klingt für viele, vor allem auch die Lehrer*innen und Polizist*innen in der Serie absurd. Für die Jugendlichen sind diese Codes Alltag.

Kurz nachdem die britische Serie herauskam, wurden vielerorts Stimmen laut, die Serie solle Pflicht an allen Schulen und Lernorten werden. Aber sind es die Jugendlichen, dir darüber aufgeklärt werden müssen?

Wir finden, es sind wohl eher die Erwachsenen, die Lehrenden.

Deshalb bieten wir bald die passende Online-Fortbildung dazu an!

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