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Wir geben einen Einblick hinter die Kulissen des Bildungsinstituts.


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Interview mit dem Kultur-Magazin Kreuzer

Interview mit dem Kultur-Magazin Kreuzer

Freitag, September 19, 2025

Wir wurden für das Leipziger Kultur-Magazin "Kreuzer" interviewt. Journalistin Nastasja Kowalewski wollte von uns wissen, warum wir das BiV gegründet haben und was uns aktuell bewegt.

Hier ein paar kleine Auszüge aus dem Interview:

Aus welcher Not gründeten Sie das Bildungsinstitut?

PS: Ich habe mich gefragt: Was bringt das Ganze noch? Ein Schulprojekt im Jahr ist toll und hilfreich, aber was passiert den Rest des Jahres? Ich hatte das Gefühl, ich werde zum Brandlöschen geholt, weil Lehrpersonen sich oft selbst nicht zutrauen, Diskriminierung im Unterricht zu begegnen. Das wird dann einmal im Jahr an Außenstehende weitergegeben. Demokratiebildung ist Pflicht für Lehrerinnen und Lehrer. Wir arbeiten daran, wie das wieder, am besten selbstsicher, das ganze Schuljahr funktionieren kann.

JPW: Es wird von Lehrkräften erwartet, dass sie alles wissen und immer gut reagieren können. Das Klassenzimmer ist der Spiegel unserer Gesellschaft: Was im politischen Diskurs stattfindet, diskriminierende Aussagen, Stereotype bis hin zu Verschwörungstheorien finden genauso dort statt. Gleichzeitig muss man unterrichten. Und da herrscht große Unsicherheit. In den Begleitmaterialien geben wir so viel Sicherheit wie möglich mit auf den Weg und nehmen die pädagogischen Fachkräfte an die Hand.

Welche Lücke füllt das Bildungsmaterial?

JPW: Wir geben den Fachkräften im wahrsten Sinne etwas in die Hand, um Lernen inklusiv zu gestalten und dem pädagogischen Alltag handlungssicherer zu begegnen, gerade wenn es um Diskriminierung geht.

PS: Coming Outs, aber auch diskriminierende Aussagen passieren alltäglich. Es braucht deshalb auch alltäglich anwendbare Werkzeuge.

Was macht das Material inklusiv?

PS: Oft werden verschiedene Fähigkeiten, wie Sprache, Kognition und Sozialverhalten der Lernenden, nicht mitgedacht. Unser Material basiert auf dem Universal Design for Learning (UDL), einem innovativen Bildungs- und Inklusionstool, bei dem sich das Lernumfeld an die Lernenden anpasst und nicht umgekehrt. Zum Beispiel: Leo hat eine Lernbehinderung und muss selber schauen, wie sie mit dem Lernstoff und Tempo hinterherkommt. Beim UDL wird der Spieß umgedreht, indem man im Vornhinein schon schaut, wie Inhalt, Setting und Gegenstand so modifizierbar aufgebaut werden, dass alle mit unterschiedlichen Fähigkeiten gleichzeitig zu gleichen Themen lernen können.

JPW: Außerdem sind die Karten auf Rot-grün-Kontraste geprüft. Mit den Illustrationen wollen wir vielfältige Identifikationsmomente für Jugendliche schaffen. Ich finde, bei sexualpädagogischen Themen sind die Zeichnungen oft infantilisierend. Ich möchte, dass junge Menschen mit egal welcher Voraussetzung sich ernst genommen fühlen.

Das ganze Interview findet ihr hier.

Foto: Christiane Gundlach

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