Unser Blog

Wir geben einen Einblick hinter die Kulissen des Bildungsinstituts.


Sie haben Fragen, einen thematischen Wunsch oder konstruktive Kritik? 
Schreiben Sie uns gerne eine E-Mail.
Was ist eigentlich Sexismus?

Was ist eigentlich Sexismus?

Sonntag, März 8, 2026

Heute ist der 8. März. Diesen Tag nennen viele "internationaler Frauentag", andere bezeichnen ihn als "feministischen Kampftag" aber alle eint das Ziel: Die Abschaffung von Sexismus! Höchste Zeit zu klären: Was ist damit alles gemeint?

Sexismus leitet sich vom englischen Wort »sex« ab, was im Deutschen das biologische Geschlecht meint. Sexismus hat nichts mit Sexualität oder sexueller Orientierung zu tun. Vielmehr geht es um gesellschaftliche Machtverhältnisse, die bestimmte Geschlechter privilegieren und andere benachteiligen. Um Sexismus zu verstehen, ist es wichtig, normative Zweigeschlechtlichkeit genauer anzuschauen. Das nennt man auch Heteronormativität.

In dieser normativen Zweigeschlechtlichkeit wurzelt einerseits eine stereotype, auf Geschlecht basierende Rollenerwartung. Bei genauerem Hinsehen offenbart sich darüber hinaus auch eine misogyne Gesellschaftsstruktur.

Sexismus umfasst sowohl abwertende Sprüche und stereotypes Denken als auch strukturelle Benachteiligung und unfaire Chancen bis hin zu Abwertung und Hass. In negativer Konsequenz betrifft Sexismus cis Frauen, inter, nicht-binäre/agender und trans Personen.

Individueller Sexismus zeigt sich in alltäglichen Situationen, etwa durch abwertende Bemerkungen, sexistische Witze, übergriffiges Verhalten und in letzter Konsequenz auch in sexualisierter Gewalt und Femiziden. Ein klassisches Beispiel ist das sogenannte Catcalling – also das unerwünschte Rufen, Pfeifen oder Ansprechen auf der Straße, das besonders Frauen trifft. Auch stereotype Aussagen wie »Frauen sind schlechter in Mathe« zählen dazu. Solche Äußerungen reproduzieren Geschlechterklischees und tragen dazu bei, Ungleichheiten zu normalisieren.

Struktureller Sexismus geht über das zwischenmenschliche Handeln von Individuen hinaus. Sichtbar wird diese Form in gesellschaftlichen Normen und Werten, die systematisch Benachteiligungen erzeugen oder aufrechterhalten. Dazu zählen beispielsweise der Gender Pay Gap, die Gläserne Decke oder der Care Gap. In der Konsequenz sind Frauen und queere Personen öfter von Klassismus und Altersarmut betroffen. Wenngleich egalitäre Kämpfe viel erreicht haben, sind antifeministische Ressentiments derzeit weit verbreitet (»Aber ihr seid ja schon gleichgestellt! Was wollt ihr denn noch?«).

Institutioneller Sexismus bezeichnet die Verankerung der Ungleichheiten aufgrund des Geschlechts in Räumen, Gesetzen und institutionellen Abläufen. Ein Beispiel wären die Paragrafen 218 und 219 (StGB), die Gesetze zu nicht selbstbestimmtem Schwangerschaftsabbruch in Deutschland. Ein weiteres Beispiel zeigt die männliche Normsetzung par excellence: Viele medizinischen Studien setzen ausschließlich oder überwiegend cis Männer als Testpersonen ein – was zu einer schlechteren Versorgung von Frauen und anderen nicht-männlichen Genderidentitäten führt, da ihre Symptome oft weniger erforscht oder anders

Mehr zu Sexismus (und anderen Formen von Diskriminierung) lest ihr in unserem neuen Buch "Diskriminierungssensible Bildung. Ein Werkzeugkoffer für die pädagogische Praxis" (Vandenhoeck & Ruprecht Verlag).

Suchen