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Begriffsdefinition: Intergeschlechtlichkeit

Begriffsdefinition: Intergeschlechtlichkeit

Auschlaggebend für den Pride Month im Juni jeden Jahres waren die sogenannten Stonewall-Aufstände in New York 1969. LSBTQIA+ Personen lehnten sich in der Christopher Street gegen Schikane und Polizeigewalt auf. Auch heute sind queere Menschen weltweit noch nicht gleichgestellt. Indem wir Begriffe definieren, wollen wir Sichtbarkeit schaffen. Heute? "Intergeschlechtlichkeit".

Das körperliche Geschlecht wird medizinisch an inneren und äußeren Genitalien bzw. Fortpflanzungsorganen, Chromosomen oder Hormonverhältnissen festgemacht. Diese wurden und werden oft immer noch von Medizin und Biologie in ein weibliches und ein männliches Körpergeschlecht eingeteilt. Da diese Merkmale bei Menschen aber als Spektrum verlaufen, wurde mit dem Begriff Intergeschlechtlichkeit (auch: inter* oder inter) eine Sammelkategorie für alle gefunden, die nicht in eine der beiden Schubladen passen.

Der Begriff medizinische Begriff Intersexualität stammt aus einem Kontext, in dem über Jahrzehnte Menschenrechtsverletzungen an inter Kindern legitimiert worden sind. Deshalb, und weil der Begriff fälschlicherweise mit Sexualität assoziiert wird, distanzieren sich inter Personen davon.

Erst seit dem 22. Mai 2021 schützt ein Gesetz inter Babys und Kinder vor erzwungenen geschlechtszuweisenden Operationen, da diese oft schwere körperliche und psychische Folgewirkungen für die Kinder haben.

In § 1631e des Bürgerlichen Gesetzbuchs wird nun Folgendes geregelt: Operationen, die allein die Absicht haben, das körperliche Erscheinungsbild des Kindes an das männliche oder weibliche Geschlecht anzugleichen, sind verboten. Außer in dringenden Ausnahmen, müssen diese operativen Eingriffe bis zu einer selbstbestimmten Entscheidung des Kindes aufgeschoben werden. In der Regel ist eine familiengerichtliche Genehmigung dieser operativen Eingriffe erforderlich. Dabei wird das Kindeswohl geprüft.

Der Geschlechtseintrag „divers" ist seit 2019 in Deutschland gesetzlich anerkannt und ermöglicht intergeschlechtlichen Menschen einen offizielle Personenstand jenseits von „männlich" und „weiblich". Er soll der Realität biologischer Vielfalt gerecht werden und Diskriminierung entgegenwirken.

Die Farben (lila und gelb) der Inter-Flagge sind absichtlich als nicht geschlechtsspezifische Farben, wie pink oder blau, gewählt. Personen und Gruppen, die sich für inter Personen einsetzen, kämpfen noch immer für das Recht auf körperliche bzw. genitale Unversehrtheit. Der Kreis soll das Recht einer Person symbolisieren, so zu sein, wie sie ist und sein will: ungebrochen, ganz, vollständig.

Pride Month findet einen Monat statt. Das Thema Geschlechtergerechtigkeit ist das ganze Jahr relevant.

Aber wie können wir zu Geschlechtergleichheit beitragen? Wie für sexuelle, romantische und geschlechtliche Vielfalt sensibilisieren?

Unser Bildungsmaterial LASST UNS...! ermöglicht es pädagogischen Fachkräften verschiedene Themen rund um sexuelle, romantische und geschlechtliche Vielfalt in Lernsettings zu platzieren. Es ist so konzipiert, dass es queere Jugendliche bestärkt, alle Lernenden (und Lehrenden) Sensibilisierung für das Vielfaltsthema erfahren und jede Menge Wissen vermittelt wird. Im umfangreichen Begleitmaterial werden nicht nur diskriminierungssensible Hinweise zur didaktischen und pädagogischen Vermittlung gegeben, sondern auch Hintergrundwissen bereitgestellt.

Mehr dazu finden Sie hier.

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