GLOSSAR: INKLUSIVITÄT

  1. Was ist mit einem weiten Inklusionsverständnis gemeint?

    Das Bildungsinstitut für inklusive Vielfalt folgt auf einem weiten Inklusionsverständnis. Das heißt, wir vertreten die Haltung, dass über Behinderung hinaus weitere Diskriminierungsmerkmale (wie Geschlecht, Rassismus- oder Klassismus-Erfahrung) einbezogen und in ihrem Einfluss auf Teilhabe analysiert werden müssen. Der Fokus liegt auf Fähigkeiten und wie diese lernendenzentriert genutzt werden können.
    Ziel von Inklusion ist nicht, alle in ihren Zugängen und Fähigkeiten anzugleichen, sondern durch differenzierte Angebote ein gemeinsames, selbstbestimmtes Lernen zu fördern.


  2. Was heißt Differenzierung und wie differenziert man in der Lehre?

    Differenzierbarkeit ist die praktische pädagogische Umsetzung des weiten Inklusionsverständnisses: Um Inhalte inklusiv vermitteln zu können, müssen didaktische Stellschrauben identifiziert und individuell ausgerichtet werden. Diese Prozesse werden in der Förderpädagogik Differenzierung genannt. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, umfassend zu differenzieren – das Bildungsmaterial nutzt das Universal Design for Learning als Werkzeug.

  3. Wann ist Sprache Leichte Sprache?

    Leichte Sprache folgt einem Regelwerk, das auf zwei Ebenen reduziert: Wortschatz und Satzbau, sowie das zu grundlegende Wissen bzw. Voraussetzungen dafür. Erleichtertes Textverständnis und visuelle Aufbereitung kann zusätzlich durch Informationsreduktion, übersichtliches Layout und ohne vorausgesetztes Vorwissen erfolgen. Als Inklusions-Tool stellt Leichte / Einfache Sprache die Voraussetzung zur intersektional gedachten Teilhabe mancher dar. Wir finden darüber hinaus: Barrierereduktion ist eine Ressource für alle. 
    Alle unsere Leichte-Sprache-Tools sind durch das Netzwerk Leichte Sprache übersetzt, geprüft und mit dem Siegel "Gute Leichte Sprache" zertifiziert.

  4. Was ist das Universal Design for Learning?

    Ein Differenzierungsinstrument, um Aufgabenstellungen, Sozialform und Ergebnissicherung modifizieren zu können, ist das Universal Design for Learning (UDL). Das UDL ist ein Modell, das zunehmend in der förderpädagogischen Praxis in Deutschland Anwendung findet. Seinen Ursprung hat das UDL in der Architektur. Mit dem Anspruch, Strukturen und Räume so zu konzipieren, dass möglichst alle partizipieren können, wurde in den 1980ern das Universal Design in den USA entwickelt. Das Leitziel des Ursprungsmodells wurde auf den Bildungsbereich übertragen. Ganz nach dem ursprünglichen Anspruch, physische Räume für alle zugänglich zu gestalten, strebt das didaktische Tool an, Lernräume so zu konzipieren, dass sie für alle zugänglich, erfahr- und begreifbar sind. Das Modell schärft den Blick für Barrieren in Lernumgebungen und hilft bei der Entwicklung von Alternativen in der Gestaltung von Lerninhalten, ohne dabei die Qualität und die Ansprüche an den Unterricht zu mindern.
    Kurz: Ein gemeinsamer Raum, statt vieler exkludierender, kann das Lernen für alle verbessern. So kann das UDL einen wichtigen Beitrag zur Realisierung einer ganzheitlichen Bildung leisten. Das Tool unterscheidet drei Grundprinzipien: Das Warum des Lernens, das Was des Lernens und das Wie des Lernens. Diese Prinzipien werden wiederum in die Phasen Zugang, Entwicklung und Verinnerlichung aufgeteilt. So können Inhalte einladend, für alle nutzbar und nützlich sein.

    Das WARUM des Lernens: Es gibt vielfältige Möglichkeiten des Engagements und der Teilhabe (Leichte Sprache, Bilder, verschiedene Sozialformen, Alltagsbezug).

    Das WAS des Lernens: Es gibt vielfältige Darstellungsvarianten (Kernpunkte hervorheben, Medienvielfalt, Hintergrundinformationen).

    Das WIE des Lernens: Es gibt vielfältige Handlungs- und Ausdrucksmöglichkeiten hin zum Verstehen (schriftlich, mündlich, zeichnerisch, theatral, gefühlsbasiert...).
(...)

Das Universal Design for Learning

vgl. CAST 2018

Bär & Martins

Auf dem Weg zur inklusiven Schule - Mögliche Implikationen aus fremdsprachendidaktischer Perspektive

CAST

Universal Design of Learning - The Guidelines

Crenshaw

Das Zusammenwirken von Race und Gender ins Zentrum rücken

Kellermann

Leichte und Einfache Sprache – Versuch einer Definition

Maaß

Leichte Sprache - Das Regelbuch

Piezunka, Schaffus & Grosche

Vier Definitionen von schulischer Inklusion und ihr konsensueller Kern: Ergebnisse von Experteninterviews mit Inklusionsforschenden

Schlüter, Melle & Wember

Unterrichtsgestaltung in Klassen des Gemeinsamen Lernens: Universal Design for Learning

United Nations

Gesetz zu dem Übereinkommen der Vereinten Nationen vom 13. Dezember 2006 über die Rechte von Menschen mit Behinderungen
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